Die drei Spiele der Mongolen - Buchtipp
Australien ist weit, die Philippinen sind es auch. Aber kein Land ist kulturell weiter von uns entfernt als die Mongolei. Es gibt sie wohl, aber zu sehen bekommt man sie wahrscheinlich nie, weil man erst einmal den Gedanken fassen müßte, dorthin zu fahren.
Und da liegt schon das erste Problem: Man muß erst mal auf diesen Einfall kommen. Mit dem Fotoband von Gregor M. Schmid könnte das auf Anhieb klappen: Der Landschafts- und Architekturfotograf malt mit seinen Fotos dem Betrachter das Land gewissermaßen in die Seele. Ob bei der Teezeremonie, beim Ringen oder beim festlichen Ausritt von Meister und Schüler in die Steppe, den unsere Abbildung zeigt - immer überkommt den Betrachter für einen Augenblick die Illusion, er selbst sei bei dieser oder jener Szene anwesend gewesen. Er sieht den Schnee knirschen beim Kamel-Polo und hört die stumme Drohung der Masken. Und dann, wie durch eine Zeitschleuder, befindet er sich mit einem Mal in der “Nation mit Zukunft” mit Mongolinnen in westlichen Kostümen, mit Cowboy-Hut oder zu elft (davon neun Kinder) vor dem Fernseher einschlafend, als sei das Gerät ein Lagerfeuer. (weiterlesen…)